Projekt Malediven

Im Juli 2013 weilte die Geschäftsleitung unseres Unternehmens  zusammen mit unserem Technologiepartner zu Gesprächen und Verhandlungen auf den Malediven, um den Inselgemeinden eine Lösung für die dortige eklatante Müllproblematik sowie die Energie- und Trinkwasserversorgung zu offerieren.

Der demokratische Inselstaat der Malediven besteht aus 1197 Inseln, von denen 220 von Einheimischen bewohnt und 87 weitere für touristische Zwecke genutzt werden. Die Malediven sind Spitzenreiter im Luxustourismus, der dort seit 2010 jährlich um bis zu 20 % wächst. Im letzten Jahr kamen ca. 1 Million Touristen auf die Inseln, davon ca. 100.000 Deutsche.

Mit diesem Wachstum einher gehen jedoch auch drei Probleme, die von Jahr zu Jahr größer werden, nämlich die Müllentsorgung sowie die Energie- und die Trinkwasserversorgung. Nur wenn diese Probleme gelöst werden können ist es möglich, die durch den stark wachsenden Tourismus notwendige Erschließung weiterer Inseln zu gewährleisten und die bewohnten Inseln umwelttechnisch auf das notwendige Niveau zu bringen.

Problem Nr.1:

Die Trinkwasserversorgung. Der eigene und auch der aufgrund des florierenden Tourismus benötigte hohe Wasserbedarf wird fast zu 100% in Plastikflaschen importiert. Hierdurch ist der Wasserpreis natürlich über-durchschnittlich hoch. Die Inselgemeinden kaufen ihr Wasser zu einem Preis von 0,23 bis 0,44 EUR/Liter ein. In den Hotels kostet 1 Liter bis zu 7 EUR.

Problem Nr.2:

Die Entsorgung des Plastikmülls. Da es auf den Malediven weder ein duales Müllsystem noch überhaupt ein System zur Müllentsorgung gibt, werden die Plastikflaschen und auch jede andere Form von Müll auf zwei Arten entsorgt: Er landet entweder im Meer oder er wird verbrannt. Beide Varianten sind nicht gerade sehr umweltfreundlich!

Problem Nr.3:

Die Energieversorgung. Auf den Malediven gibt es keine zentrale Energieversorgung. Jede Insel muss sich selbst versorgen. Dies erfolgt ausschließlich über Diesel-Generatoren. Das Öl müssen die Gemeinden für teures Geld einkaufen. Die Bewohner der Malediven geben 17 % ihres Bruttosozialprodukts für den Dieselimport aus. Die Dieselkosten für 1 kWh Strom belaufen sich derzeit auf ca. 0,22 EUR, so dass zwangsläufig auch die Stromkosten extrem hoch sind (die Gemeinden bezahlen für 1 kWh z.Zt. ca. 0,44 EUR, die Bürger selbst einen subventionierten Preis von ca. 0,29 EUR).

Ganzheitskonzept

Genau diese drei Kernprobleme wollen wir zukünftig lösen. Und zwar ganzheitlich und nachhaltig, denn die Großkonzerne, die den Weltmarkt der Müllverwertung und der Wasserversorgung beherrschen, interessieren sich für Inselregionen in der Regel nicht. Diese passen aus logistischen und damit wirtschaftlichen Gründen nicht in deren Konzept.

Somit besteht durch unsere technische Möglichkeit der dezentralen thermischen Müllverwertung in Verbindung mit der Energiegewinnung und der Trinkwasserversorgung eine große Chance bei den Inselgemeinden, die sich mit diesen Kernproblemen regelrecht alleingelassen fühlen, dieses skizzierte Ganzheitskonzept im größeren Stil umzusetzen, denn die aufgezeigten Müll-, Energie- und Trinkwasserversorgungsprobleme bestehen nicht nur auf den Malediven, sondern in der gesamten Inselwelt des Indischen Ozeans und darüber hinaus! 

Auch der soziale Aspekt der Familienzusammenführung ist insbesondere auf den Malediven nicht außer Acht zu lassen, denn immer mehr junge Menschen verlassen ihre Heimatinseln, um auf Male (Hauptstadt der Malediven) ihr Glück zu suchen. Male ist in der Zwischenzeit völlig überbevölkert. Statt wie für die Inselgröße vorgesehenen 70.000 Menschen leben zurzeit ca.100.00 Menschen auf dieser Insel.

Durch die von uns geschaffen Verbesserungen im Umweltschutz entstehen auf den jeweiligen Inseln neue Hotels und Ressorts, in denen die einheimische Bevölkerung Arbeit findet und somit wieder auf ihre Heimatinsel zurückkehren kann, um insbesondere auch ihre Kinder wieder vor Ort in die Schule zu schicken, denn viele Schulen mussten wegen der Abwanderung in der Vergangenheit geschlossen werden.

Unser Ziel ist es, den Inseln das Trinkwasser sowie den Strom kostengünstiger zur Verfügung zu stellen, als die bisherigen Lieferanten dies tun. Aufgrund der nur mittels unserer Technologie durchführbaren Müllbeseitigung auf den jeweiligen Inseln entsteht eine Verpflichtung der Inselgemeinden uns gegenüber. Da diese Situation jedoch auch mit einer Kostenreduzierung für die Bewohner der Inseln selbst verbunden ist, entsteht für alle Beteiligten eine Win-Win Situation.

Außerdem werden wir die Sanierung der stillgelegten Schulen und den Aufbau der fehlenden Abwasserbehandlung finanziell unterstützen.

Erste kommunale Aufträge

Die ersten Gespräche mit Inselgemeinden verliefen sehr erfolgreich. So konnte man gleich im ersten Anlauf auf zwei Inseln durch die jeweiligen Bürgermeister den Auftrag erhalten, mittels der von uns angebotenen Möglichkeit der thermischen Reststoffverwertung die Probleme dezentral zu lösen. Mit der Umsetzung wird auf der Insel Thinadhoo begonnen.

Durch die Veränderung bei der Standortpriorität unserer Projekte nutzt jedoch unser für die Inputlogistik verantwortliche Projektpartner auf den Malediven die zeitliche Verzögerung, um ein Konzept zu erarbeiten, das den Plastikabfall auf der Müllinsel Thilafushi nahe der Hauptstadtinsel Male, der dort bergeweise zur Verfügung steht, mit einbeziehen soll. Die Müllinsel ist vertraglich derzeit noch in der Hand eines indischen Entsorgungskonzerns, der seiner Aufgabe jedoch nicht gerecht wird. Auf deutsch gesagt bedeutet das: Es tut sich dort seit Jahren überhaupt nichts. Der Müll wird nach wie vor einfach angezündet und offen verbrannt.

Unser Projektpartner  vor  Ort verhandelt derzeit mit der Regierung, in den existierenden Vertrag mit dem Inder einzusteigen. Dies würde bedeuten, dass unsere TRV-Anlage nicht auf der Insel Thinadhoo, sondern auf der Insel Thilafushi aufgestellt wird, um dann das produzierte Produktöl zu den entlegenen Inseln Thinadhoo und Mafushi zu transportieren. Dort wird dann lediglich das BHKW und die Meerwasserentsalzungsanlage zur Energie- und Trinkwasserproduktion aufgestellt, da der Transport des Produktöls für den Verantwortlichen für die Logistik wesentlich kostengünstiger ist, als den Plastikmüll zu transportieren.

Wie lange die Verhandlungen mit der Regierung über den Vertrag bezüglich der Müllinsel dauern werden, können wir nicht abschätzen. Lt. unserem  Partner vor Ort ist hier erfahrungsgemäß mit einer längerfristigeren Prozedur zu rechnen.